Vier Phasen:
Das Modellprojekt (2015 – 2021)
Viele andere europäische Länder machen es vor, an internationalen und privaten Schulen sind teils seit Jahrzehnten „Schulkrankenschwestern“ im Einsatz. Und sie haben sich bewährt. Wir sehen in der Einführung von Schulgesundheitsfachkräften eine gute Möglichkeit, den Folgen von Kinderarmut entgegenzuwirken, die gesundheits- und bildungsbezogene Chancengleichheit aller Kinder und Jugendlichen zu fördern sowie die Inklusionsbestrebungen im öffentlichen Schuldienst zu unterstützen.
2015 fanden sich im Land Brandenburg und in Hessen mehrere Partner zusammen, um mit dem AWO Bezirksverband Potsdam e.V. ein Modellprojekt auf den Weg zu bringen, darunter Landesministerien, die AOK Nordost und die Unfallkasse Brandenburg (UKBB). Zunächst wurde eine Machbarkeitsstudie (Projektphase I) erstellt, in der die Erfahrungen aus anderen Ländern auf die Situation in Brandenburg übertragen wurde. In Projektphase II entwickelte die Potsdamer Arbeiterwohlfahrt ein Curriculum zur Weiterbildung von examinierten Gesundheits- und Kinder-/Krankenpflegekräften zu Schulgesundheitsfachkräften. Die evaluierte und überarbeitete Fassung kann hier als Pdf heruntergeladen werden.
Von Ende August 2016 bis Dezember 2021 wurde in den Projektphasen III und IV der Einsatz von zuletzt 18 Schulgesundheitsfachkräften an 27 öffentlichen Schulen erprobt und umfassend evaluiert. Projektpartner waren in dieser Zeit das brandenburgische Gesundheits- und das Bildungsministerium, die AOK Nordost und die Unfallkasse Brandenburg. Der Einsatz der Schulgesundheitsfachkräfte an den Modellschulen wurde umfassend evaluiert – mit folgendem Ergebnis: Eine Implementation an den Modellschulen ist gelungen. Die Wirkung von Gesundheitsfachkräften an Schulen konnte für mehrere ausgesuchte Aspekte wie beispielsweise die Gesundheit, die Bildungschancen oder die Gesundheitskompetenz eindeutig nachgewiesen werden.
Das Modellprojekt endete am 31.12.2021. Das Land Brandenburg lehnte eine Weiterfinanzierung ab. Allerdings übernahmen viele Kommunen der Modellregionen vorerst die Finanzierung, sodass auch in Brandenburg weiterhin „Schulkrankenschwestern“ für die Kinder und Jugendlichen an Schulen da sein können.
