Brandenburg/Havel sucht nach Wegen für Schulgesundheitsfachkräfte

Brandenburg an der Havel sucht nach Wegen, das Aus für die Schulgesundheitsfachkräfte in der Stadt zum Jahresende doch noch abzuwenden. Wie die „Märkische Allgemeine Zeitung“ (MAZ) am Samstag in ihrer Regionalausgabe berichtete, haben Mitglieder mehrerer Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung einen gemeinsamen Antrag erarbeitet. Die Kommunalpolitiker*innen von SPD, Grüne, Die Linke und Freie Wähler fordern jeweils eine Schulgesundheitsfachkraft an drei Schulen in der Stadt.

Neben den beiden bisherigen Modellschulen – der Nicolai-Oberschule und der Gebrüder-Grimm-Grundschule – soll demnach künftig auch in der Otto-Tirsch-Oberschule eine “Schulkrankenschwester“ für die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen da sein. Finanziert werden sollen die Stellen aus Bundesmitteln - aus dem Pakt für den öffentlichen Gesundheitsdienst. Hier stellt der Bund bis 2026 für das Land Brandenburg insgesamt 94 Millionen Euro bereit.

Beelitz wird ab Januar die Personalkosten für 1,5 Vollzeitstellen übernehmen. Und Erkner entschloss sich vor kurzem, eine Schulgesundheitsfachkraft anzustellen. Auch andere Kommunen prüfen, ob sie die Fachkräfte direkt anstellen können.

 

Das vom AWO Bezirksverband Potsdam e.V. bereits 2009 initiierte Modellprojekt „Schulgesundheitsfachkräfte an öffentlichen Schulen im Land Brandenburg“ an 27 Modellschulen läuft zum Jahresende aus. Obwohl Eltern, Schüler*innen und die Lehrerschaft eine Verstetigung fordern und auch die umfassenden Evaluationen die positiven Effekte auf die Gesundheit und die Gesundheitskompetenz belegen, hat die Landesregierung bislang keine Mittel im Haushaltsentwurf für das kommende Jahr eingestellt. Die 18 bisherigen Schulgesundheitsfachkräfte müssten dann ihre Tätigkeit für die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen beenden.

Wir halten das für einen großen Fehler. Das Land Brandenburg gibt damit seine Vorreiterstellung auf, während Hessen bereits Schulgesundheitsfachkräfte unbefristet übernommen hat. Auch andere Bundesländer haben Modellprojekte nach dem Vorbild Brandenburgs begonnen oder bereiten diese vor.

Was hilft, muss verstetigt werden!

MAZ-Artikel vom 12.11.2021
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